Titelbild "Katze würgt"

Katze würgt

Vielen Katzenbesitzern ein bekanntes Phänomen – Die Katze würgt plötzlich.

Häufig wird es mit „Nur ein Haarballen“ oder „Zu schnell gefressen“ abgetan. Wie viele mögliche Ursachen tatsächlich dahinter stecken können, sind oft leider noch weniger bekannt.

Sind es die Haare, das Katzengras oder ist es vielleicht doch das Futter? Ist es überhaupt ein physisches Problem oder ist es Psychisch? Natürlich ist nicht jedes Würgen gleich gefährlich – doch wann sollte man besser zum Tierarzt?

Im Folgenden möchte ich all diese Fragen beantworten und auf die möglichen Ursachen eingehen, die der Grund dafür sein könnten, warum Ihre Katze würgt.

Was sind mögliche Gründe dafür, dass Ihre Katze würgt?

Haarballen/Gras verschluckt

Da Katzen ihr Fell ablecken um sich zu Waschen, verschlucken sie dabei zwangsläufig auch ihre eigenen Haare. Im Idealfall werden diese über den Kot wieder ausgeschieden. Ab und zu, insbesondere bei Langhaarkatzen, extrem haarenden Katzen, oder während des Fellwechsels, kann es jedoch vorkommen, dass die Katze würgt und ihre Haare erbricht. Dies erkennt man schnell daran, dass das Erbrochene weniger flüssig ist und die Haare in einer „Wurstform“ erbrochen werden.

Katze macht sich sauber

Um das Erbrechen zu erleichtern kauen viele Katzen instiktiv auf Gräsern oder Blättern. Deswegen ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass keine für die Tiere giftigen Pflanzen in der Wohnung aufgestellt werden! Sie können für Ihren Stubentiger auch spezielles Katzengras zur Verfügung stellen. Manchmal schlucken die Katzen hierbei auch einige Halme, welche dann eventuell ebenfalls mit erbrochen werden.

Bis zu einem Mal im Monat ist beides völlig normal und kein Grund zur Sorge. Sie können diesem Problem außerdem entgegenwirken, indem sie Ihre Katze regelmäßig bürsten und damit von überschüssigen Haaren befreien, bevor sie diese auflecken kann. Eine sehr beliebte Katzenbürste ist die Furminator-Bürste (➥ Amazon*).

Auch gibt es Mittel, die die Verdauung der Haare erleichtern, häufig als Zusatz in Leckerlis oder in Form einer Paste, welche Sie Ihrer Katze füttern können. Eine sehr beliebte Paste mit einem Anti-Haarball-Komplex (➥ Amazon*) ist die von GimCat.

Schlingen

Einige Katzen neigen dazu ihr Futter zu schlingen, sprich viel zu schnell zu fressen. Dies kann dazu führen, dass sie kurz darauf würgt und das Gefressene wieder erbricht. Häufig sieht das Erbrochene dann noch nahezu so aus wie zuvor im Napf.

Fressende Katze

Passiert dies sehr selten müssen Sie sich keine Sorgen machen. Passiert es jedoch regelmäßig, sind Maßnahmen nötig, da Ihre Katze sonst langfristig zu wenig Nahrung aufnimmt. Der erste Schritt hierbei kann eine Umstellung des Napfes sein.

Es gibt „Anti-Schling“-Näpfe, die Ihr Tier durch ein spezielles Design dazu zwingen, langsamer zu fressen. Ein sehr beliebtes Modell (➥ Amazon*) ist das von Karlie, bei dem Ihre Katze mit den Pfoten das Fressen quasi herauslangen muss und somit automatisch langsamer isst. Allerdings ist dieser Napf nicht für Katzen mit großen Pfoten geeignet, weshalb man mit Katzen, die große Pfoten haben, auf einen Anti-Schling-Napf zurückgreifen sollte, wo die Katze das Fressen mit dem Maul schnappen muss. Dafür eignet sich z.B. dieses Modell von Petface (➥ Amazon*). Schauen Sie aber bitte, ob Ihre Katze mit dem jeweiligen Modell auch zurecht kommt. Manche Katzen verlieren schnell das Interesse, weil sie nicht an das Fressen rankommen.

Mögliche Krankheiten

Dass die Katze würgt kann natürlich auch physische Ursachen haben. Besonders häufig sind Allergien oder andere Futtermittelunverträglichkeiten Schuld an dem Erbrechen der Katze. Hier hilft meist eine Umstellung des Futters.

Auch ein Wurmbefall oder ein Infekt wäre möglich. Sofern rechtzeitig erkannt und behandelt, sind auch diese gut und schnell zu heilen. Konsultieren Sie in jedem Fall Ihren Tierarzt, denn leider können auch ernstere Krankheiten der Auslöser sein. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Vergiftungen
  • Diabetes
  • Nierenprobleme
  • Stoffwechselstörungen
  • Darmverschluss
  • Darmkrebs
  • Gehirnerkrankungen

Sollten Sie also keine klare Ursache feststellen können, warum Ihre Katze würgt, ist ein baldiger Besuch beim Tierarzt unabdingbar!

Psychische Probleme

Wie auch beim Menschen können sich psychische Probleme bei der Katze körperlich äußern. Zwar reagieren Katzen bei seelischen Belastungen in der Regel eher mit Unsauberkeit oder vermehrtem Zerkratzen von Gegenständen, aber auch dass die Katze aufgrund psychischer Probleme würgt, ist nicht ausgeschlossen.

Sind alle physischen Ursachen ausgeschlossen, müssen Sie sich daher die Frage stellen, ob es Ihrer Katze psychisch gut geht. Dass dies nicht der Fall ist, kann wiederum eine Vielzahl an Gründen haben. Einsamkeit durch häufiges Alleinsein oder zu wenig Aufmerksamkeit stehen hier ganz oben auf der Liste. Wird die Katze vernachlässigt und hat keinen Katzen-Spielgefährten, schlägt das schnell auf ihr Gemüt. Langeweile lässt sich beispielsweise gut durch häufigeres Spielen oder Clicker-Training bekämpfen.

Auch Stress, wie etwa durch zu viel Lärm, kann ein möglicher Auslöser sein. Veränderungen stellen für Katzen grundsätzlich meist eine große Belastung dar, so zum Beispiel ein Umzug oder neue Familienmitglieder, ganz gleich ob Baby, Hund oder eine weitere Katze.

Überprüfen Sie daher was Ihrer Katze Kummer bereitet und versuchen den Stress-Faktor zu beseitigen oder zumindest zu verringern. Bei einmaligen Stress-Reaktionen sollte sich das Verhalten schnell von selbst wieder regeln. In länger anhaltenden Fällen sollten Sie sich aktiv um das Wohlbefinden Ihrer Katze kümmern.

Verschlucken

Etwas das mir persönlich, trotz langer Katzenerfahrung und zahlreicher Fachliteratur, lange unbekannt war, ist, dass Katzen sich auch verschlucken können. Als dies passierte, war das zum Glück in Anwesenheit unserer Tierärztin: Sie gab der Katze nach einer Behandlung als Belohnung ein Leckerli. Da meine Katze in der Situation sehr nervös war, verschluckte sie sich daran. Plötzlich würgte und hustete sie, wie ich es vorher noch nicht gehört hatte. Die Tierärztin half mir ruhig zu bleiben, denn das ist das Beste was Sie in so einer Situation tun können, nämlich nichts.

Die Katze würgt und hustet bis der Störfaktor beseitigt ist und hört dann von selbst wieder auf. Seither kam dies zu Hause noch zwei Mal vor, einmal davon sogar ohne Futter, und ich war dankbar dass ich vorher wusste was da passiert.

Stellt sich das Würgen oder Husten nicht schnell von selbst ein oder tritt es vermehrt auf, sollten Sie allerdings sofort einen Tierarzt aufsuchen! Falls ein Futterbrocken hängen bleibt oder gar ein Fremdkörper verschluckt wurde, kann es zu Vergiftungen, Verletzungen oder einem Darmverschluss kommen und sollte schnellstmöglich behandelt werden.

Wann sollte man unbedingt zum Arzt?

Würgt Ihre Katze mehrmals täglich, erbricht Blut oder verhält sich anders als gewohnt sollten Sie schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen!

Grundsätzlich gilt: Lieber einmal zu viel zum Arzt. Wenn Ihre Katze würgt, vor allem wenn es häufiger vorkommt, ist es wichtig möglichst bald die Ursache zu finden, damit Sie dagegen vorgehen können.

Ironischerweise stellt zwar auch ein Arztbesuch für die meisten Tiere eine Belastung dar und könnte auch zum stressbedingten Erbrechen führen, dennoch ist es in diesem Fall besser das Risiko in Kauf zu nehmen. Je schneller Sie an die Ursache kommen und diese beheben, desto besser wird es Ihrer Katze, und auch Ihnen, gehen.

Wie kann man zukünftig dafür sorgen, dass die Katze weniger würgen muss?

Einige der hier genannten Tipps sollten Sie in Ihre regelmäßige Katzen-Routine mit aufnehmen um zukünftiges Würgen zu verhindern, auch wenn Sie bisher kaum oder keine Probleme damit haben.

Bürsten Sie Ihre Katze regelmäßig, füttern sie hochwertiges, an die Bedürfnisse Ihrer Katze angepasstes Futter und schenken Sie ihr viel Liebe und Aufmerksamkeit. Das bedeutet nicht nur Streicheleinheiten, sondern auch aktives Spielen oder Trainieren. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze ausreichend Kratz- und Rückzugsmöglichkeiten hat.

Versuchen Sie außerdem übermäßigen Stress und Veränderungen für Ihre Katze zu vermeiden, zum Beispiel indem Sie nicht unnötig oft Möbel austauschen oder umherrücken.

Beobachten Sie das Verhalten Ihrer Katze bitte immer sorgfältig, so fallen Ihnen schnell Veränderungen im Verhalten und in der Gesundheit auf. Wenn die Katze würgt und sie den Grund nicht eindeutig zuordnen können: Suchen Sie Ihren Tierarzt auf!